Bernd Wiesemann, Klavier
Johannes Leis, Bariton-Saxophon
Musik dazwischen
Bernd Wiesemann und Johannes Leis kommen aus konträren musikalischen Richtungen: Leis vom Jazz und Jazzverwandten, Wiesemann von der Klassik und der Avantgarde.
Die "Musik dazwischen" reizt sie beide: Musik aus dem Impuls, aus dem Experiment, aus dem Dialog, offen in Form, Inhalt und Material, spontane neue Konstellationen zulassend.
Als Grundlage dienen Kompositionen, deren strukturelle, harmonische, melodische und rhythmische Vorgaben jedoch assoziativ und emotional verändernde Neudispositionen möglich machen - ganz im Sinne der "offenen Form" der Musik des 20. Jahrhunderts.
Das Konzept erlaubt auch zu suchen, zu warten, Erwartungen nicht zu erfüllen. Klänge werden neu geschichtet, andere Klangerzeuger werden zur Verfremdung hinzugezogen, Sprache ins Instrument eingebracht. Der Flügel wird so zum Schlag-, Streich- und Zupfinstrument, er entfaltet sich von innen nach außen, verschmilzt mit dem Saxophon, dessen Klang sich in den Flügel gewandt zum gemeinsamen Atem entwickelt. Klangverschmelzungen lassen ein neues Instrument entstehen.
Bei Bernd Wiesemann und Johannes Leis wird Komponiertes und Freies, Gedachtes und Unvereinbartes miteinander verbunden. Ihre "Musik dazwischen" rückt damit in die Nähe zum Jazz und zur Avantgarde der letzten Jahre, die immer mehr aufeinander zugegangen sind und ungeahnte Möglichkeiten neuer instrumentaler Klanglichkeit in die Wege leiteten.


Biographien



Biographien
Bernd
Wiesemann
ist Musiker, Komponist, Pianist, Pädagoge aus Leidenschaft. Er lebt und wirkt in Düsseldorf. Nach seinem Studium und dem Abschluß mit zwei Staatsexamen wurde seine Begeisterung für Neue Musik von Alexander Kaul, dem bedeutenden Interpreten Neuer Musik, maßgeblich beeinflußt.
Bernd Wiesemann entwickelt künstlerische Konzepte als Hilfsmittel zur Kommunikation mit dem Publikum. In diesem Sinne ist auch die von ihm konzipierte Konzertreihe "forum 20 - musik unseres jahrhunderts im spiegel der dezennien" zu verstehen, für die er eine ganz besondere Form fand. So erreicht er das Interesse neuer Kreise für die scheinbar so schwierige Sprache der Neuen Musik.
Bei seinen konzeptionellen Projekten arbeitet er auf vielfältige Weise mit schreibenden, schauspielernden und bildenden Künstlerinnen und Künstlern zusammen.
Aus seinen Konzeptionsarbeiten sind etliche Kompositionen hervorgegangen, die - "gereinigt" von der Aktion - neues Leben erhielten. Mit seinem Duo-Partner Johannes Leis und verschiedenen Ensembles setzt er immer wieder neue Akzente in das Musikleben - und darüber hinaus. Seine CD "neue musik für kinderklavier" hat einen großen Interessentenkreis begeistert.
Johannes
Leis
kam über sein klassisches Querflötenstudium in Köln und Düsseldorf zum Saxophon. Dabei ließ er sich von Lehrern wie James Towsey, Herb Geller und dem Raschèr Quartett inspirieren.
Johannes Leis sucht musikalisch immer wieder Neuland. Waren es früher Projekte mit Musik von Irland bis Ghana, so bemüht er sich heute, Eindrücke und Erfahrungen in die instrumentale und harmonische Weiterentwicklung einzubringen. In unterschiedlichen Formationen definiert er damit neue Horizonte seiner Musik.
Zur künstlerischen Arbeit von Johannes Leis zählen u.a. auch eine CD mit dem "neuzeitlichen Abraham" New Yorks, "Moondog", 1991, seit 1989 die Begleitung von Stummfilmen in kleinen Ensembles, seit 1995 Saxophonmusik in Kirchen und das 1998 gegründete Johannes-Leis-Trio "Sousouffle" mit Klaus Mages (Schlagzeug) und Volker Heinze (Kontrabaß).
In Frankreich konzertiert Leis seit 1998 mit dem New Jazz Orchester "Grotorkèstre" und Ensembles aus den Großräumen Lyon und Toulouse.